Vorsätze umsetzen - so gelingt es
- Daniel Isler

- 5. Jan. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Das Umsetzen von guten Vorsätzen ist besonders um den Jahreswechsel ein grosses Thema - aber nicht nur. In der restlichen Zeit ersetzen wir den Begriff "Vorsatz" vielleicht durch "Wunsch“, "Ziel", "Projekt“ oder ähnlich. Im Grunde geht es bei alledem aber um die selbe Herausforderung: "Wie wird Absicht zur Realität?".

Was macht das Verwirklichen von neuen Ideen und Verändern von gewohnten Verhaltensweisen so schwierig? Wo liegt das Problem?
Jeder von uns hat verschiedene "Betriebszustände". Damit Umsetzung funktioniert, müssen neue Ideen vom visionären Teil - unserer Inspirationsquelle - erzeugt und an den "pragmatischen" Teil - unseren routinemässigen Umsetzer - übergeben werden...und zwar so, dass der Zweite es begreift und weiss, was er damit machen soll. Sonst macht der nämlich einfach das, was er schon immer getan hat und alles bleibt beim Alten - er weiss ja nichts anderes.
Unsere Methode ist nun so etwas wie ein Dolmetscher, Katalysator oder Schnittstellen-protokoll.
Aber schön der Reihe nach. Zur Vorbereitung stellen sie sich bitte zuerst folgende Frage: Warum?
Jede Veränderung geht einfacher, wenn man den Sinn dahinter sieht.
Notieren sie sich als Erstes, warum sie etwas verändern wollen.
Sorgen sie dafür, dass ihre Antwort immer wieder in ihr Blickfeld kommt, sie immer wieder daran erinnert werden.
Die eigentliche Methode hat drei Schritte, die man beliebig oft wiederholen kann:

1. Sammeln – für Input sorgen
Tragen Sie einfach alles zusammen, was sie zum Thema finden und ihnen selber in den Sinn kommt.
Dies geschieht im "Brainstorming-Modus", d.h. ohne zu beurteilen.
Am Schluss sollte alles irgendwie in einem Dokument oder Ordner vorliegen.
Setzen sie das "Warum" immer an oberste Stelle ihrer Sammlung.
2. Verdichten - der Raum des Künstlers
Machen sie es sich gemütlich; mit einer Tasse Café oder Tee zum Beispiel. Wohlbefinden ist hier Pflicht!
Nehmen sie einen Farbstift, Textmarker o.ä., zur Hand und gehen sie alle Quellen vom 1. Schritt durch.
Markieren sie alles, was Ihnen brauchbar, realisierbar und auch irgendwie sympathisch erscheint.
Fügen sie die markierten Dinge in einem eigenen Dokument zusammen; dies kann fürs Erste noch völlig unstrukturiert sein.
Folgen sie ihren Impulsen; ergänzen, verändern und streichen sie nach Belieben.
3. Beurteilen - die Stunde des Kritikers
Nehmen sie sich einen zweiten Stift mit anderer Farbe.
Markieren sie nun alles, was sie noch unbefriedigend oder unvollständig finden.
Notieren sie dazu, was stört oder fehlt.
Damit gehen sie wieder in die Sammelphase, d.h. zum 1. Schritt. Sammeln sie weitere Anregungen, insbesondere zu den eben markierten Dingen.
Wiederholen sie diese 3 Schritte, bis ihnen keine weiteren Verbesserungen mehr einfallen; auch wenn es als Ganzes noch nicht perfekt erscheint.
Durch diesen wiederholten dreistufigen "Veredelungsprozess" wird die Motivation immer mehr gesteigert und Widerstände werden laufend reduziert – bis Sie nicht mehr zu halten sind ;-).
Commitment
Tragen sie jetzt in ihrer Agenda Zeiten ein, in denen sie die notwendige Aktionen durchführen werden.
Fällt ihnen dies schwer? Dann sind sie noch nicht bereit, sondern es braucht weitere Durchläufe – oder ihr „Warum“ ist ihnen in Wahrheit nicht wichtig genug.
Soweit die Theorie...
Die Stunde der Wahrheit
Als Letztes reservieren sie in ihrer Agenda, im Abstand von ca. 4 Wochen, Wohlfühlzeiten (wie im 2. Schritt); z.B. jeweils sonntags eine halbe Stunde, bis zum Jahresende. An diesen Terminen nehmen sie ihren Plan hervor und vergleichen ihn mit ihrer gelebten Realität. Stellen sie Abweichungen fest? Dann gehen sie wiederum durch die obigen Schritte, um korrigierende Massnahmen einzuleiten. Damit beugen sie dem „Boomerang-Effekt“ vor; d.h. dem Zurückfallen in die alten Muster...ohne es überhaupt zu bemerken.
Und nun los! Überlegen sie, was sie verändern wollen - und warum…
Was halten sie von diesem Beitrag? Ich freue mich über jede Rückmeldung. Teilen sie ihre Erfahrungen mit.

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